Wenn ich mein LinkedIn Profil und meinen verwaisten Blog anschaue, wird mir schlagartig bewusst, dass ich in dieses bekannte schwarze Loch der Unsichtbarkeit gefallen bin. So ungerne ich es hier schwarz auf weiß dokumentiere… es ist 1 Jahr, 2 Monate und 14 Tage her, dass ich meinen letzten Blog Artikel veröffentlicht habe. Ich könnte jetzt sagen, dass ich einfach nie die Zeit und Ruhe dazu hatte, dass ich aufgrund meiner Ausbildung, die ich letztes Jahr angefangen habe, einfach nicht dazu kam, dass das Schreiben auch nicht so auf Knopfdruck funktioniert…. Alles nur Ausreden. In Wirklichkeit war die Sichtbarkeit nach Außen für mich im letzten Jahr keine Priorität.
Meinen Klientinnen und Klienten im Coaching sage ich immer: „Zeit hat man nicht. Zeit nimmt man sich!“ Das ist auch in meinem Falle absolut treffend. Ich habe mich in den letzten Tagen also gefragt, warum ich mir eigentlich so lange keine Zeit für´s Schreiben genommen habe. Dabei ist mir vieles klar geworden: das letzte Jahr war für mich ein sehr entscheidendes Jahr, da ich in meiner Selbständigkeit zum einen sehr viel Bestätigung durch tolle Aufträge und sehr inspirierende und motivierende Kunden erhalten habe. Gleichzeitig habe ich mich entschiedenen, eine 3-jährige berufsbegleitende Ausbildung anzufangen, um mein Coaching Angebot noch individueller gestalten und ganzheitlicher arbeiten zu können. Die Kinesiologie interessiert mich schon länger und nun werde ich mein Grundwissen wissenschaftlich fundiert untermauern. Ich lerne also gerade sehr viel über den Körper, insbesondere unser Gehirn und wie dieses mit unserem Körper interagiert, wie bestimmte Reize im Gehirn unser Handeln bestimmen und vor allem, was wir daraus lernen können. Auf einer Meta-Ebene lerne ich außerdem sehr viel über das Lernen an sich und über meine eigenen Blockaden, Prüfungsstress und Lern-Muster. Ich begleite so viele Menschen bei ihrer Entwicklung und immer wieder stellt sich mir die Frage, wieso Veränderung so schwer fällt, selbst wenn die Menschen sehr klar verstanden haben, worum es geht und wo sie hin wollen. Ich glaube, es liegt unter anderem daran, dass wir heute zu stark auf den Kopf fokussiert sind. Wir versuchen, alles auf intellektueller Ebene zu lösen und vergessen dabei, auch unseren Körper mit einzubeziehen. Hier kann die Kinesiologie mit sehr einfachen kleinen Mitteln unterstützen.
Zurück zu den Prioritäten meines letzten Jahres: wie das Leben nun mal so ist, kamen neben beruflichen Baustellen auch private hinzu. Wir durften uns mit dem Thema „Schulwahl“ intensiv beschäftigen (wieder ein Thema, das auf Eltern oft völlig unvorbereitet zukommt und viel emotionaler sein kann, als erwartet). Außerdem haben mein Mann und ich uns viel mit unserer Vorstellung von Familie beschäftigt: „wie wollen wir eigentlich leben, mit wem wollen wir unsere Zeit verbringen und was bedeutet das auch für uns als Paar….?“. Eine komplett neue große Baustelle hat sich aufgetan, als die Einlieger-Wohnung in unserem Haus frei wurde. Denn nach einigem Abwägen haben wir entschieden, dass wir die Wohnung nicht privat vermieten, sondern zu einem Seminarraum umbauen und für Workshops und Kurse anbieten werden. Also ein buntes Potpourri an Themen mit sehr vielen inneren Prozessen, die alle wichtig waren und Zeit und vor allem Aufmerksamkeit gebraucht haben.
Das neue Jahr 2026 scheint mir nun eher ein Jahr der Umsetzung zu sein. Ich spüre wirklich viel mehr Tatendrang, weniger Nachdenken, mehr Machen, vom Planen zum Ausprobieren.
Ich werde also versuchen, wieder mehr zu schreiben, denn das birgt die große Chance, dass sich viele Gedankenschleifen schon im Prozess des Schreibens auflösen. Und der schöne Nebeneffekt ist, dass mein verwaister Blog dadurch wieder zu etwas mehr Leben erweckt wird 😊
Eins ist gewiss: die Zeit wird auch in diesem Jahr wieder rasen und mir ist bewusst, wie mich die Priorität auf mehr Sichtbarkeit herausfordert. Jedoch sehe ich, dass es gerade in die Zeit passt und ich mich der Herausforderung stellen möchte. Mir wurde gesagt, 1 Post pro Woche auf LinkedIn sei eine gute Idee und 1 Blogbeitrag im Monat. Klingt machbar, wenn auch ambitioniert. Seid gespannt, ob es gelingt.
Als Unterstützung arbeite ich übrigens mit einer sehr effektiven, sehr alten, analogen Methode: ein Whiteboard an der Wand, auf dem Monats- und Wochen-Aufgaben stehen. Ich mag es, die Aufgaben immer vor mir im Raum zu sehen, das gibt mir Struktur und hilft, konsequent zu handeln. Und mal ehrlich: das Gefühl, etwas Erledigtes wegwischen oder fett durchstreichen zu können, ist doch viel befriedigender, als auf „delete“ zu klicken. 😉
Wenn es Dir auch manchmal so geht, dass Du eine Sache, die Du Dir eigentlich fest vorgenommen hattest, einfach nicht in die Umsetzung bringen kannst, empfehle ich Dir folgende Fragen:
- Welche Dinge waren mir so wichtig, dass ich sie trotz wenig Zeit umgesetzt habe? Worin unterscheiden sie sich vom dem nicht umgesetzten Thema?
- Was hat es mir gebracht, dass ich „…“ nicht gemacht habe? Denn oft verbirgt sich in unserem Unterbewusstsein ein sehr kluger Ratgeber und rückblickend verstehen wir dann, warum die Zeit noch nicht reif war für die eine Sache.
- Wenn ich das Thema „…“ jetzt immer noch dringend umsetzen möchte: wie verändert sich mein Alltag, wenn ich das Thema umgesetzt habe? Welche Verbesserung verspreche ich mir davon? Wie fühle ich mich, wenn ich es geschafft habe?
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ausprobieren, Repriorisieren und wünsche Dir für die kommenden Monate viel Umsetzungs-Power.
Alles Liebe
Judith
